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Die Feinde der Fledermaus

Die Feinde der Fledermaus

 


Natürliche Feinde der Fledermaus

Die natürlichen Feinde der Fledermaus sind in erster Linie Marder und Katzen, aber auch Greifvögel und Eulen. Nicht zu unterschätzen sind Ektoparasiten, welche im Fell und auf den Flughäuten der Fledermaus leben.

Feinde der Fledermaus

Marder: Steinmarder sind Allesfresser und verspeisen auch gerne Beeren und Früchte. Trotzdem bevorzugen sie aber Fleisch. Der Steinmarder erbeutet Fledermäuse meist direkt in ihren Baumquartieren. Dies sind vor allem alte Spechthöhlen, hohle Äste oder abstehende Rindenstücke.

Katzen: Katzen ernähren sich in freier Wildbahn hingegen rein vom Fleisch kleinerer Säugetiere. Meist fallen Fledermäuse, welche tieffliegend über Wiesen nach Insekten Ausschau halten, den Katzen zum Opfer.

Greifvögel und Eulen: Greifvögel wie der Falke, Habicht oder Sperber fressen auch Fledermäuse. Ebenso ernähren sich Eulen wie der Waldkauz oder die Schleiereule, neben andern kleinen Vögeln, auch von Kleinsäugetieren wie der Fledermaus. Der Waldkauz lauert nicht selten in der Nähe Fledermaushöhlen. Er wartet bis die Fledermäuse ausfliegen und schnappt dann zu.

Ektoparasiten: Zu den Ektoparasiten zählen Flöhe, Wanzen, Zecken und einige Milbenarten, welche den Fledermäusen indirekt schaden können. Ektoparasiten wie Zecken können verschiedene Viren übertragen, welche im schlimmsten Fall sogar, zum Tod der Fledermaus führen können. Die Ektoparasiten sind auf das Wirtstier Fledermaus sehr gut angepasst, und stellen daher für den Menschen keine Gefahr dar.

 

 


Der Mensch als Fledermausfeind

Auch wenn sich das für manchen jetzt ein wenig komisch anhören mag, aber: Der größte „Feind“ der Fledermaus ist leider der Mensch! Anschließend möchte ich die vier größten Gefahrenquellen für Fledermäuse, welche durch den Menschen verursacht werden, aufzeigen.

Fledermaus Feinde

Quartierzerstörung

Die Zerstörung natürlicher Fledermausquartiere ist einer der schwerwiegendsten Gefährdungsfaktoren. Nicht selten werden alte, tot und nutzlos wirkende Bäume, aus Sicherheitsgründen gefällt. Gerade aber diese Bäume bieten, mit ihren hohlen Ästen und abstehenden Rindenstücken, hervorragende Quartiermöglichkeiten. Ebenso werden Einflugöffnungen an Häusern, zur Steigerung der Energieeffizienz, verschlossen. Fledermäuse finden somit immer weniger Schlaf- und Wochenstubenquartiere.

Hier erfährst du, wie man ein >>Ersatzquartier für Fledermäuse<< errichtet.

 

Windkraftanlagen

Auch die in den meisten Belangen umweltfreundlichen Windkraftanlagen, stellen für Fledermäuse ein erhebliches Problem dar. Die Ultraschall Echoortung der Fledermaus hat zwei große Nachteile: Erstens ist das Echoabbildungsfeld der Fledermaus durch ihre kleine „Schallkeule“ sehr eingeengt, und zweitens liefert die Echoortung immer nur Momentaufnahmen. Fledermäuse sehen und hören somit die Rotorblätter nicht herannahen. Die meisten Fledermäuse werden gar nicht direkt von den Rotorblättern erfasst, sondern sterben in Folge eines Barotraumas, welches durch die starken Luftdruckschwankungen in der Nähe der Rotorblätter entsteht.

 

Straßenverkehr

Der Straßenverkehr stellt für viele Fledermäuse ebenfalls eine große Gefahr dar. Das Jagdgebiet der Fledermäuse ist vielerorts durch Straßen zerschnitten. Die Zwergfledermaus zählt zu den Fledermausarten mit den meisten „Verkehrsopfern“. Dies lässt sich durch ihre große Verbreitung in urbanen Gebieten erklären. Wie auch bei Windkraftanlagen reichen meist schon die starken Verwirbelungen aus, um tödliche Verletzungen hervorzurufen.

 

Pestizide

Die größten Einbußen mussten die Fledermäuse jedoch durch den Einsatz von Pestiziden erfahren. Es kam z.B. Mitte der 1970 Jahre zum großflächigen Aussterben der Hufeisennasen in Deutschland. Sowohl die kleine als auch die große Hufeisennase steht heute noch in Deutschland und vielen anderen Ländern auf der Roten Liste unter dem Punkt „vom Aussterben bedroht“. Durch meine Teilnahme an zahlreichen Winterquartierzählungen in Österreich weiß ich, dass sich die Population nur sehr langsam erholt. Fledermäuse nehmen die Pestizide über ihre Nahrung auf und sterben oft daran. Dazu kommt noch, dass durch den Einsatz von Pestiziden, generell weniger Insekten als Nahrung zur Verfügung stehen.

 

Wer mehr zum Thema Fledermaus Feinde erfahren will, findet im Buch „Die Fledermäuse Europas kennen, bestimmen und schützen“ von Christian Diez und Andreas Kiefer, einige ausführliche Artikel darüber.

 

 


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